Schlagwörter
DSDS, Edita Abdieski, Percival, Prosieben, Sat1, The Voice of Germany
Großartige Künstler, ein gutes Presseecho und zufriedene Zuschauer – Dennoch sinken die Quoten – Ein Erklärungsversuch!
Mit “The Voice of Germany” starteten ProSieben und Sat.1 eine weitere Musik-Castingshow, die aber alles in den Schatten stellen sollte, was wir als Zuschauer bisher gesehen haben.
Heute wissen wir: Sie haben den Mund nicht zu voll genommen, denn “The Voice of Germany” zeigt uns Künstler, die diese Bezeichnung auch verdienen – Aber reicht es ein guter Künstler zu sein, um am Ende auch Erfolg zu haben?
Der Vorteil von “The Voice of Germany” ist eigentlich der große Nachteil, auch wenn es sich vollkommen bescheuert anhört. Die Musik ist zwar der Hammer, aber die Quoten fallen dennoch. Das liegt daran, dass viele Zuschauer nicht an den Künstlern oder der Qualität Interesse haben, sondern an den Emotionen, an den verschiedenen Typen, die zum Teil etwas verrückt erscheinen oder natürlich an Trauergeschichten, wie wir sie von DSDS kennen.
Ein Beispiel: Wer bekam zuletzt Standing Ovations und wurde gefeiert wie kein anderer? Es war natürlich Percival, der ohne Frage ein toller Sänger ist, aber eben auch durch sein Auftreten polarisiert und sich so für die Zuschauer interessant macht. Eigentlich können alle anderen aufgeben und die Heimreise antreten, weil er eben der Kandidat ist, der auffällt und von dem die Menschen begeistert sind.
Bei DSDS ist es ähnlich, nur das die Kandidaten dort größtenteils nicht singen können. Die Quoten sind dennoch gut und heute Abend sicherlich auch besser als bei “The Voice of Germany” was daran liegt, dass die meisten Zuschauer bunte Vögel sehen wollen bzw. Leute, die man sonst nirgends sieht, die polarisieren und sich von anderen abheben.
Wieso hat Pietro Lombardi die letzte DSDS-Staffel gewonnen? Weil die kleinen Mädchen ihn süß fanden, aber nicht weil er gut singen kann. Am Ende bringen Oberflächlichkeiten Quote und nicht die Qualität – DSDS ist das beste Beispiel dafür. Ein Percival bei “The Voice of Germany” hat diese Qualität, gewinnt aber sicherlich nicht nur deshalb weil er gut singen kann, sondern weil er sich von den anderen Kandidaten abhebt.
Die Quoten fallen, da viele Zuschauer nicht an der Musik interessiert sind, zumindest ist es bei den jüngeren Zuschauern so, denn die wollen eben Typen sehen und von daher passt zu diesen eher “DSDS” , was eigentlich schon schlimm genug ist.
Vor knapp zwei Jahren habe ich Edita Abdieski nach dem ersten kleinen Ausschnitt im Werbespot zu “X-Factor” bereits als Siegerin gesehen – Wie kam es? Edita hat gewonnen, nicht nur weil sie eine gigantische Stimme hat, sondern weil sie speziell war und das macht eben interessant.
Die Nachhaltigkeit eines Erfolges sehe ich auch bei dem Gewinner von “The Voice of Germany” nicht. Lässt man den Sieger fallen, wenn er nicht mehr zieht, dann wird er alleine nicht mehr auf die Beine kommen. Wenn der Hype weg ist und man keine professionelle Unterstützung bekommt, dann kann man so gut singen wie man will, aber Erfolg wird man eben nicht mehr haben.
Als ProSiebenSat.1 würde ich zwar einen Gewinner für “The Voice of Germany” wählen lassen, am Ende aber mit allen Top-Sängern auf große Tour gehen, denn durch diese Vielzahl von Künstlern kann man tolle Konzerte veranstalten, die dann auch von echten Musikliebhabern besucht werden.
Es ist eigentlich schade – Aber ohne Hype geht leider heutzutage nichts mehr, egal wie gut man singt. Ich brauche da nur auf eine Edita schauen, die mich umgehauen hat und die als Siegerin von X-Factor fast schon vergessen ist.
Geschrieben von Florian Hellmuth


